Liebe Leserinnen und Leser,

Niedrigschwellige Soziale Arbeit und Polizei treffen im beruflichen Alltag häufig aufeinander, da sie mitunter identische Zielgruppen haben. Polizei ist folglich auch zum Alltag der Klienten zugehörend und somit kann diese, in einer niedrigschwelligen lebensweltorientierten Sozialen Arbeit auf der Straße, als immanenter Bestandteil des Alltags der Adressaten, nicht ausgeklammert werden.

Die Begegnung im Feld ist jedoch oft konflikthaft. Die Gründe hierfür liegen zum einen in den verschiedenartigen Selbst- und Fremdbildern und den daraus resultierenden Fehl- und Vorurteilen gegenüber der jeweils anderen Profession. Zum anderen sind Selbstverständnisse und Aufgaben niedrigschwelliger Sozialer Arbeit und der Polizei von starken Ungleichheiten geprägt. Gesetzlicher und gesellschaftlicher Auftrag, Aufgaben, Ziele und Arbeitsprinzipien differieren erheblich und führen daher oft zu Spannungen, gesetzlichen Kontroversen und Zielkonflikten. Insgesamt sind die Arbeitsweisen der Professionen geprägt von unterschiedlichen Erfolgskriterien, Interventionsstrategien und Zeitstrukturen zur Problemlösung. Neben den allgemeinen gesetzlichen und arbeitstheoretischen Grundlagen gibt es unterschiedliche Interpretationen und rechtliche Ausgangspunkte von Prävention, Daten- und Vertrauensschutz. Zentrale Problematik hierbei ist, dass wortgleiche Fachtermini mit inkongruenten Inhalten verwendet werden. Risiken im Verhältnis von Sozialer Arbeit und Polizei liegen vor allem in Instrumentalisierungsversuchen, aber auch in einem möglichen Datenmissbrauch und der Ausweitung sozialer Kontrolle.

In einer Gesellschaft wird es immer eine grundlegende Auseinandersetzung darüber geben, in welche Richtung sich die eigene Gesellschaft bewegen muss oder sollte. Diesen Konflikt unterliegt im Besonderen die Sozialarbeit und die Polizei, und stellt sich die Frage: Welche Aufgaben hat die Sozialarbeit im Bereich der Polizei und welche Aufgaben können und sollten von den jeweiligen Institutionen übernommen werden? Dr. Schmitt-Zimmermann hat durch offen unstrukturierte Interviews, Diskurse mit Experten der Staatsanwaltschaft, Polizei und Sozialarbeit, durch ein Praktikum bei der Polizei, Auswertung von polizeilichen Einsatzblättern, Auswertung von übersandten Fragebögen und Auswertung von Klientenkarteien den zeitlichen, örtlichen, quantitativen und qualitativen Bedarf an Sozialarbeit im Polizeirevier aufgezeigt. Die Ergebnisse sehen Sie auf Seite 6.

Die Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation von Polizei und Sozialarbeit hat im Zusammenhang mit den bundes- und europaweiten Tendenzen, vernetzte Kriminalprävention als Chance für die Bewältigung sozialer Probleme und Ursachen zu verstehen, eine neue Qualität erreicht. Eine bedeutsame Trendwende und Neuorientierung zeichnet sich vor diesem Hintergrund ab.

Mehr Strenge gegen straffällige Flüchtlinge, bessere Integration und zusätzliche Polizisten. So will der Bundesinnenminister Lothar De Maizière mittels eines Sicherheitspakets auf die jüngsten Terroranschläge reagieren. Wie detailliert seine Vorstellungen sind, können Sie auf Seite 17 nachlesen.

Nicht zuletzt der Cyberangriff auf den Deutschen Bundestag hat deutlich gemacht, wie verletzlich die Bundesrepu-blik, die Wirtschaft in Deutschland und auch Privatpersonen gegen Attacken von Kriminellen oder fremden Staaten sind. Eine neue Cyberstrategie durch die Einrichtung von Internet-Eingreiftruppen soll nun für mehr Sicherheit sorgen. Welche Aufgaben diese neue Organisation übertragen bekommen sollen steht auf Seite 21.

Waffenhandel im Darknet, digitale Erpressung, massenweise gestohlene Kreditkartendaten und Passwörter: Der geschätzte Schaden, den Internet- und Computerkriminalität anrichtet, geht in die Milliarden. Das Bundeskriminalamt prognostiziert in seinem Lagebild 2015 weiter steigende Fallzahlen. Weitere Einzelheiten finden sie auf Seite 25. Was ist das Darknet? Ist es besonders schwierig in dieses spezielle Netz zu gelangen und sich dort zu bewegen? Braucht man dafür besondere technische Voraussetzungen? Der Oberstaatsanwalt Matthias Huber, Experte für Internetkriminalität und Sprecher der „Zentralstelle Cybercrime Bayern„ beantwortet diese und weitere Fragen in einem Interview auf Seite 27.

Wenn besonders alte Autofahrer schwere Unfälle verursachen, kommen Fragen auf: Sind hochbetagte Senioren ein Risiko am Steuer? Sollten Sie ab einem gewissen Alter oder bei gesundheitlichen Problemen ihre Fahrtauglichkeit nachweisen? Fragen und Antworten zu diesem Thema, sowie eine Studie über die Beteiligung von älteren Menschen an Verkehrsunfällen sind auf Seite 28 abgedruckt.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Diese Möglichkeit bietet sich auch Polizeibeamten und –beamtinnen aus Niedersachsen. Wo sie die Polizei zum Anfassen sind können Sie auf Seite 31 nachlesen.

Ist eine Polizeidienststelle auf einer Nordseeinsel anders aufgestellt als auf dem Festland? Polizeihauptkommissar Dieter Johannsen bietet einen Einblick in seine Arbeit in Westerland auf Sylt auf Seite 31.

Ist eine Isetta eine „Knutschkugel„ oder ein Polizeidienstfahrzeug? Rainer Bohmback von der Polizeiinspektion Stade beantwortet u.a. diese Frage auf Seite 33.

Ist die Manipulation mit Magneten am Fahrtenschreiben u.a. ursächlich für die schweren LKW-Unfälle auf Autobahnen? In besonders dreisten Fällen wird die ganze Software mit einem verdeckten Minischalter überbrückt mit der Folge, dass auch Bremsassistenten, die Tempoüberschreitungen herunterregeln, sowie Abstandregler oder ABS außer Kraft gesetzt werden. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat auf der A1 LKW-Großkontrollen durchgeführt. Die Ergebnisse stehen auf Seite 34.

Seit 125 Jahren, genau seit dem 1. September 1891 werden Fingerabdrücke in der polizeilichen Arbeit eingesetzt und haben schon zur Überführung von vielen Tätern beitragen können. Wer diese Methode wo zuerst angewandt hat und wer der erste auf diesem Wege überführte Täter war, können Sie auf Seite 36 nachlesen.

Wenn getötete Personen von ihrem Täter in das Wasser geworfen werden, dann müssen die Männer der Polizeitaucher wieder einmal einen schwierigen Job übernehmen. Aber es geht nicht nur um das Auffinden von Leichen im Wasser, sondern auch um die Sicherung von Beweismitteln wie entwendete Kraftfahrzeuge oder aufgebrannte Tresore, die im Wasser von den Tätern entsorgt wurden. Welche Anforderungen an einen Polizei-taucher gestellt werden und wie die Ausbildung hierzu aussieht, lesen Sie auf Seite 37.

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